Heraus zum 15.10.11 in Weimar!

Über das progressive Verhältnis zu Nation und Europäische Union.
HERAUS ZUM 15.10. ZUR DEMONSTRATION GEGEN DIE FASCHISTEN
BEGINN 11.00 HAUPTBAHNHOF WEIMAR

Genossinnen und Genossen!
Wieder einmal, wie doch so häufig in der Bundesrepublik, versuchen die erzreaktionären Prügelknaben derselbigen, die Neonazis, durch die Innenstädte zu marschieren. Wir erinnern uns an Dresden im Februar, wo jedes Jahr wieder der braune Mop ganz legal seine Parolen schwingen darf. Auch heute versuchen die Nazis wieder ihre Position an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Es ist falsch, diese mit Ignoranz zu strafen, denn wie wir alle wissen, hatten sie schon einmal die Hebel in der Hand. Heute bietet die BRD ihnen schon wieder die Möglichkeit, die Interessen des deutschen Imperialismus auf radikalste Weise durchzusetzen. Das ist auch kein Zufall, denn wir leben in der selben BRD, in der Adenauer Alfried Krupp unter festlicher Dekoration seine Werke zurück übertrug. Nachdem er seine alten Nazidirektoren zusammenrief, verkündete er schon wörtlich:
„Ziel unserer Geschäftspolitik ist es, die alten Kruppschen Traditionen fortzusetzen.“
„Kruppsche Tradition“ – Todeshauch steigt eisig aus zwölf Millionen Gräbern des ersten und aus vierzig Millionen des zweiten Weltkrieges. Aus Kalkgruben und Verbrennungsöfen der Konzentrationslager, aus zusammengeschossenen Schützengräben und Unterständen, aus eingedrückten Luftschutzkellern, ausgebrannten Panzern, versunkenen U-Booten, zerschellten Flugzeugresten steigt der Moderduft und kräuselt sich Ekelerregend.
„Kruppsche Tradition:“- das sind die Essener Kanonenkönige, die im ersten Weltkrieg eine Viertelmillion Tonnen Stahl monatlich nach Frankreich und Italien lieferten.
„Kruppsche Tradition“- das sind die Essener Kanonenkönige, die im ersten Weltkrieg für jede Granate der englischen Kanonenkönige Vickers-Armstrong, die auf deutsche Soldaten abgefeuert wurde, für das Kruppsche Doppelzünderpatent einen Anteil erhielten.
„Kruppsche Tradition“- das sind die Essener Kanonenkönige, die sich nach dem ersten Weltkrieg trotz Demontagen und Reparationen schnell wieder erholten – gehätschelt von ihren amerikanischen, französischen und britischen Geschäftspartnern, von den deutschen Generalen, die geblieben waren, von den SPD-Führern, die sich Sozialisten nannten und mit Freikorps und den Herren von Kohle und Stahl, Ahr und Halm gemeinsame Sache machten.
„Kruppsche Tradition“- das waren jene Essener Kanonenkönige, die sich mit Flicks und Klöckners und Kirdorfs und Thyssens zusammentaten und den Faschismus finanzierten, damit dieser den gewinnbringenden Krieg entfessele…1
„Kruppsche Tradition“- das ist Ausbeutung, das ist Kriegsvorbereitung, das ist Krieg.

Die BRD mitsamt ihrer Unternehmer, ob Krupp oder IG-Farben, profitierte von der Barbarei ins Unermessliche hinein. Diese Nazis marschieren in der selben BRD, die nicht lange Zeit nach dem Krieg wieder ein Hauptexporteur im Waffenhandel wurde. Dieselbe, die vor nicht langer Zeit auch mit dem terroristische Regime in Saudi-Arabien einen Waffendeal vereinbarte.
Heute treten die Faschisten hier in Weimar unter dem Motto „Nationale Souveränität statt Europäische Wirtschaftsregierung“ auf. Die Forderungen sind wie üblich erzreaktionär. Ursprünglich proletarische Forderungen werden zu irrational imperialistischen pervertiert.
Dabei tritt der wohl bekannte Rassenchauvinismus zum Vorschein. Wir sollten uns nunmehr die Frage stellen, welches Verhältnis zu der Frage von Nation und EU ist nun progressiv?
Die Nation ist nach O.Bauer „eine historisch entstandene stabile Gemeinschaft von Menschen, entstanden auf der Grundlage der Gemeinschaft der Sprache, des Territoriums, des Wirtschaftslebens und der sich in der Gemeinschaft der Kultur offenbarenden psychischen Wesensart.“2 Die Souveränität bezeichnet das Selbstbestimmungsrecht der Nation. Eine nur gerechte Forderung nach den Gesetzen des proletarischen Internationalismus sollte sein, das die selbstbestimmenden Nationen friedlich Koexistieren und sich unterstützen. Das wäre eine progressive Forderung für die Massen. Die Nationalisten fordern einen Kampf der Völker, als wären sie gierige Hunde um ein saftiges Stück Fleisch. Sie fordern zwar, man solle „eine Großraumordnung errichten auf der Basis eines europäischen Verbundes der Vaterländer und der Solidarität der weissen Völker…“3, gemeint ist allerdings, abgesehen von der Tatsache, das nur die weiße Rasse in den „Genuss“ ihrer Solidarität kommt, die Interessen der deutschen Bourgeoisie konsequent gegenüber der anderen Völker durchzusetzen. Diese Verhältnisse haben wir allerdings schon heute: Von der Krise und der Politik der Europäischen Union profitieren hauptsächlich die BRD und Frankreich, also ihre Bourgeoisie, denn die Werktätigen dürfen die Schulden abstottern. Zentraleuropa hat sich schon Wirtschaftlich gegenüber den anderen Mächten behauptet, es fehlt nur noch die die territoriale Ausweitung der Einflussgebiete, angefangen mit Nordafrika. Die Helfer der deutschen Großunternehmer sind dabei die Nationalsozialisten, deren Aktivität durch die BRD eher begrüßt als behindert wird, denn die Kräfte, die sich heute effektiv und beständig gegen die Nazis wehren, werden unter starken Druck gesetzt, siehe die Aggression der Polizei gegen Lothar König oder die Massendatenspeicherungen nach Dresden 2011. Bürger! Wir Kommunisten von der Kommunistischen Initiative fordern euch auf, euren Kampf gegen den Faschismus nicht nur konsequent fortzusetzen, sondern zu erweitern. Denn die Ursache des Faschismus ist nicht der Faschismus selbst, sondern der Kapitalismus mitsamt dem internationalen Finanzkapital. „Die Proletarier haben nichts zu verlieren als ihre Ketten. Sie haben eine Welt zu gewinnen. Proletarier aller Länder, vereinigt euch!“ (Marx)

  1. Von Schnitzler, Karl-Eduart: Deutschland und die Welt. [zurück]
  2. Stalin, Joseph: Marxismus und Nationale Frage. Stalinwerke 2, S. 272 [zurück]
  3. http://logr.org/autonomenationalistenvorderpfalz/was-wir-wollen/wer-wir-sind-und-was-wir-wollen/ [zurück]
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