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Kritik an „Sozialismus und Freiheit“ Teil I

Da zu einer politischen Agitation die Aufdeckung der Unwahrheiten jener, die sich gegen den politischen Kampf des vereinten Proletariats erwehren, eine wissenschaftliche Kritik an den Aussagen dieser Reaktion gehört, setzt ich es mir zur Aufgabe, die Frage Bakunin neu aufzuwerfen. Bevor ich harsche Kritik an jenem Aufbau bekomme, nehme ich vorweg, dass dieses Heft in Abschnitte unterteilt ist, welche ich chronologisch Abarbeiten werde. So fällt es unglaublich schwer aus dem Gesamtkontext die Relationen darzustellen. Nachzulesen ist auf folgender Website, wo das komplette Werk veröffentlicht ist.

http://ur.dadaweb.de/Virtuelle%20Bibliothek/anarchistische
%20texte%20reloaded/at_01_Bakunin_Freiheit_und_Sozialismus.pdf

„Sozialismus und Freiheit“

Abschnitt 1: „Freiheit für alle“

    „Wir sind überzeugt, daß Freiheit ohne Sozialismus Privilegienwirtschaft und Ungerechtigkeit, und Sozialismus ohne Freiheit Sklaverei und Brutalität bedeutet.“

Es stimmt schon einmal überaus freudig, das Bakunin erkannte, das eine plötzliche Erlangung der persönlichen Freiheit (die restlose) nichts besonderes an den Umständen ändern würde, ausser die Verstärkung der Gewalt der Bourgeoisie. Ohne gesetzliche Regelungen, die, auch wenn selbst von der bürgerlichen Ideologie konstruiert, als nur in ihrem Sinne, die Rechte der Proletarier auf einen „vernünftigen“ Standard ihres Lebens führen, würde die Ausbeutung der proletarischen Arbeit sich bis ins Unermessliche steigern. Oder aber wir leben in der Nichtorganisation und lassen uns von pöbelnden Punks, die zwar kein Hirn haben aber dafür die dickeren Oberarme, zum Bier Holen verdammen.

Viel trauriger ist allerdings seine zweite Erkenntnis. Natürlich geht keine erfolgreiche Zerschlagung des Kapitals und die vernünftige Planung der Produktion nicht ohne die Einbuße der persönlichen Freiheit. Wie sollte man auch sonst auf einen konsequenten Nenner kommen, wenn jeder machen würde was er will. Die Aufspaltung der Linie durch die persönlichen Bedürftnisse bedeuten die Schwächung der revolutionären Kraft. Wie Bakunin darauf kommt, dass die Eindämmung der Reaktion, notwendigerweise mit Gewaltmaßnahmen, Brutalität bedeute, und die Arbeit für die Interessen der Arbeiter, notfalls durch Zwang errungen, Sklaverei, erscheint durchaus merkwürdig und fatal. Bezeichnend für die Kurzsichtigkeit anarchistischer Erkenntnisse.

Abschnitt 2: „Die Polemik zwischen Anarchisten und Marxisten über die Idee des Staates“

In diesem Abschnitt pflegt Bakunin der Behauptung, dass nicht nur die sozialistische Herrschaft der Kommunistischen Partei oder anderer Organisation in diesem Sinne, die Macht zur Veränderung nutzt zu ihrem eigenen Interesse, also dem Herrschaftserhalt und dessen Zuspitzung, in seinen Worten

    „(…) Keine Diktatur – selbstverständlich die ihre (die der Marxisten) – könne zur Entstehung eines Volkswillens führen (…)“,

sondern dass die Marxisten mit den bürgerlichen Verhältnissen Hand in Hand gehen werden:

    „(…) weist die entgegengesetzte Theorie des Staatskommunismus (!) und der wissenschaftlichen Autorität ihre Anhänger unter dem Vorwand taktischer politischer Notwendigkeiten auf den Weg endloser Kompromisse mit Regierungen und politischen Parteien und verstrick sie in Machenschaften mit diesen, d.h. Sie drängt sie auf den Weg unleugbarer Reaktion“.

Den Weg der Reaktion kann man wohl doch leugnen, wenn man daran denke das jegliche Politik im Sinne der bürgerlichen Ideologie durch Stalin konsequent zurückgedrängt wurde, also die Speerspitze vom Dreck gesäubert. Nun ist doch die Kommunistische Partei das Sprachrohr der jeniger, die bislang noch keine Stimme besaßen. Das Proletariat, das Maximal mit bürgerlich-sozialdemokratischer Groschenpolitik befriedigt wird, das Bauerntum, das sich Tag für Tag mit der Gewinnmaximierung der Großkapitalisten quälen muss. Die Partei ist eine Reihe von Intellektuellen, von Technokraten, die das ahnungslose Proletariat, die zwar von ihren Interessen wissen, sie aber nicht vollkommen äußern können, die die Masse mobilisiert, zum Kampf rüstet und die Theoretische und Praktische Vorgehensweise gibt, auf dem Weg der wenigsten Opfer und verheerendsten Schaden für die Bourgeoisie. Da sie die Interessen der Arbeiter, also die sozialistischen Vertritt, die auf keinen Fall mit den bürgerlichen Interessen vereinbar sind, also die komplette Gegensätzlichkeit, kann diese Speerspitze auch nicht Hand in Hand mit der Reaktion gehen. Das Bakunin der Speerspitze als die Reaktion unterstellt, ist vollkommen sinnentleert.

    „Nach der Theorie jedoch soll das Volk den Staat nicht zerstören, sondern stärken und ihn in die Hände seiner Wohltäter (…) legen“

Richtig erkannt Bakunin, der Staat soll in die Hände der marxistischen Wohltat gelegt werden. Allerdings wird der Staat zerstört, die Oktoberrevolution 1917 hat es bewiesen, bevor der neue geschaffen wird. Hier muss die Grenze zwischen bürgerlichen und sozialistischem Staat gezogen werden, wo die Sozialistische Revolution VORHER den bürgerlichen Staat stürzen muss, um auf den Trümmern der alten Gesellschaft die neue Auferstehen kann. Hier kämpft wohl jemand gegen Windmühlen, was?




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