Archiv der Kategorie 'Gedichtskunst'

Brecht – Lob der Partei

Warum ist die Partei der glorreiche Anführer der Arbeiterklasse und nur sie fähig, die Arbeiter auf dem richtigen Weg zu behalten? Brechts Antwort:

    Der Einzelne hat zwei Augen
    Die Partei hat tausend Augen.
    Die Partei sieht sieben Staaten
    Der Einzelne sieht eine Stadt.
    Der Einzelne hat seine Stunde,
    Aber die Partei hat viele Stunden.
    Der Einzelne kann vernichtet werden,
    Aber die Partei kann nicht vernichtet werden.
    Denn sie ist der Vortrupp der Massen
    Und führt ihren Kampf
    Mit den Methoden der Klassiker, welche geschöpft sind
    Aus der Kenntnis der Wirklichkeit.
    1931

Vorwärts, Bolschewik!

Der Arme und der Reiche,
die Wahrheit und das Falsche,
scheinen in diesem Falle
einmal mehr Kampf auszuführen.

Bajonett und Mistgabel,
stechen im Schritt die Bourgeoisie.
Arbeiter sprechen vom Klassenkampf,
Idealisten von Utopie.

Schon zu lang auf dieser Erde
lügen unsre Herrscher
humanitäre Hilfe zu leisten
wo Kriege geführt werden.

Eroberung der Privatmacht,
Eroberung der Arbeitermacht,
auf Feldern und den Städten,
Alle Macht Den Räten!

Gedichtsunsinn

Zum Verfall der Lyrik gilt zusagen, das dazu immer mehrere gehören. So schuf der Zufall ein Gedicht.

Es war einmal eine Winternacht,
ein Blitz hat die Sterne entfacht,
wie hat der Wolf zur See geschrien,
was sei nur von der Welt geblieben.

Schutzlos durch die Dunkelheit,
schon seit Anbeginn der Zeit
wird es auf zur See gerufen,
wer muss den Tod der Welt verbuchen?

Tränen hat die See geweint
Verzweifelt nach dem „jetzt“ gegriffen
Der Wolf gestorben wie es scheint
Versucht, ins falsche Land zu Schiffen

Entblößung des faulen Wüterich
schien bloß als Füllung ihrerseits
und brennt das Gift so bitterlich
ist bald das Land unsterblich kalt.

Geflohen sind sie vor der Weite der Nacht
Verätzt die Haut durch Lügen
Das Gift hat sie hart und nackt gemacht
Was, wenn sie sich nie mehr vertrügen?

Dem Pfad entlang,
die Stimme erwacht,
hat sie den Wanderstock
zur Lanze gemacht.

Titellos

Von überall hört man es klagen,
es spricht das neue Unbehagen.
Als wolle es hier jedem sagen,
man soll das Leben nicht versagen.

Der Duft der Blüten weht umher,
das Atmen fällt der Luft schon schwer.
Ein kleines Boot übers tote Meer,
bis auf ein Bierfass völlig leer.

Ein Fenster leuchtet in die Nacht,
wer hat den Blick der Krone gebracht?
Schauernd, scheuchend, sich verlierend,
seine Hände mit Blut beschmierend.

Nun rennt der Seemann der Flagge vor ran,
das Buk, das Heck im schweren Seegang.
Steinig ist der Weg und lang,
doch jeder Schritt ist ins Feld gebrannt.

Was wolle denn nun der heilige Mönch,
wolle er die Tür verriegeln?
Ich meine doch der Rahmen geht schwer,
niemand könnte über die Strenge versiegeln.

Man wolle doch nur Nachhaltigkeit,
doch wer strafe die Einsamkeit?
Sicher nicht des Todesmut,
machte doch schon jeden Gedanken tot.

Man Frage sich,
wie fällt die Sichel hier ins Feld?
Wer ist der Dämon,
wer ist der Held?

Ein Blick zur Sonne verrät dein Glück,
war sie doch mit Licht bestückt.
Kaum die Finsternis die Erde betagt,
erklärt sich die Menschheit schon für verrückt.

Doch was den Zustand anbelangt,
würde ich so gerne sagen,
wäre ich nicht schon völlig krank,
dieser Schritt ist jetzt zu wagen.

Doch kaum ist das Wort schon ausgesprochen.
Hat es schon den Nächsten betört,
hat jeden Willen nun gebrochen,
Hat die Klarheit mit Unsinn gestört.

Ist die Vermutung nun völlig klar?
Ohne zu lügen,
bleibt mein letztes Wort:
JA!

Traumtanz

Dieser Träumer drüben auf der Lichtung,
wagt in voller Enthüllung,
im Schein des Mondes einen Heldentanz.
Hin und her bewegt er sich,
zaubert in das Ozon,
einen Fremdkörper umrissen von hellen Glanz.

Dieser Träumer auf den Häuserdach,
hat in voller Enthüllung,
das Temperament der Frische schon entfacht,
als glaube er,
dass dieses Streichholz die Welt entzündet.

Dieser Träumer in den tiefsten Tiefen des Atlantiks,
wollte in voller Enthüllung,
die höchsten Höhen bald erklimmen,
doch sollte, es war schon vorbestimmt,
der Erfolg durch seine Finger rinnen.

Doch dieser Träumer an diesem Ort,
hat sich heute voll Enthüllt,
sprach aus vollem Munde dieses Wort,
was die Lichtung mit Licht erfüllt,
das Häuserdach in Rot erstrahlt
und das tiefst Tief mit Luft bemalt.

Dieser Träumer in unsrer Stadt,
schon überall gewesen,
doch egal an welchem Ort,
wurde er des Bleibens satt.

Dieser Träumer keinen festen Raum,
wandert und wandert wenn auch gefesselt,
wenigstens im hellsten Traum.

Gestutzte Eiche – Hermann Hesse

Wie haben sie dich, Baum, verschnitten
Wie stehst du fremd und sonderbar!
Wie hast du hundertmal gelitten,
Bis nichts in dir als Trotz und Wille war!
Ich bin wie du, mit dem verschnittnen,
Gequälten Leben brach ich nicht
Und tauche täglich aus durchlittnen
Roheiten neu die Stirn ins Licht.
Was in mir weich und zart gewesen,
Hat mir die Welt zu Tod gehöhnt,
Doch unzerstörbar ist mein Wesen,
Ich bin zufrieden, bin versöhnt,
Geduldig neue Blätter treib ich
Aus Ästen hundertmal zerspellt,
Und allem Weh zu Trotze bleib ich
Verliebt in die verrückte Welt.

Juli 1919

Ode an die Linie

Die wahrheitsliebende Fortbewegung,
ergoss sich schon damals in voller Erregung,
über all die Kontinente
Unterdrücker des Volkes.

Wie ein Schwall die Revolution
fegte im Oktober das Unrecht davon,
eine Freude, dass der Zar durch den Menschen erlag,
feiern wir die Würde an diesem glorreichen Tag.

Aus diesen Trümmern der Barbarei,
ersteht aus dem Rauch die starke Partei,
und nicht das nun eine neue Barbarei gesiegt,
Lenin schon schnell das Recht niederschrieb.

Die glorreiche Partei der Arbeiterschaft,
vereinigt so bald das ganze Land,
sodass Mensch wieder Mensch,
das Tier wieder Tier,
die neu erbaute Welt,
des neuen Menschen das Band.

Nach dem Erliegen der Führungsperson,
Griffen böse Mächte in seinem Namen schon,
nach der ruhmreichen Frontposition.

Aber niemand anders als Lenins wahre Kameraden,
wie der größte Held Stalin würde die Freiheit in jeden Landstrich tragen,
denn erst nach der Vernichtung der Reaktion,
gehe es auf zur Revolution.

Was sonst als die Linie könnte unsere Kraft,
bündeln unter dem Banner der sozialistischen Macht,
und verteidigen gegen die Absichten der Bourgeoisie,
ohne die Linie schaffen wirs nie!

Antideutsche vergiften im Park

Es wäre doch so einfach, man nähme ein beliebiges Gift, Arsen oder Cyan-Kali beispielsweise, streue es in eine Büchse Red Bull oder vermische es in billigem Koks, lege es unter die nächste Parkbank und schon hätte sich, ich hoffe doch, das Problem bald erledigt. Eine Welt ohne antideutsche Kritik, bei der es ja egal ist welche, Hauptsache es ist eine, ohne Ecstasy abhängige Studenten mit stets einem Adorno Zitat auf den Lippen, ohne ständige Sexismusdebatten und Prolligkeitsvorwürfe. Ach was wäre es nur für eine Befreiung, die Vorstufe des Sozialismus vielleicht. Zwar nicht den Antideutschen, aber einer wohl gleich hirnlosen Spezies widmete sich Georg Kreisler, hervorragender Poet, in „Taubenvergiften im Park“.

April, April, die Welt steht still.

Wenn ich an Deutschland denke,
zum 1. April,
vermute ich das hier jemand scherzen will.

Die moderne Unterschicht,
die leider nicht mit Herrschaft Bricht,
stets im Zaum mit Millionengewinn,
vielleicht hab ichs nach 50 Jahren wieder drin.

Mein helles Lachen erschüttert die Welt,
eine Wertung die nach ihren Maß entfällt,
und kaum voller Missgunst die Sichel gepackt,
hat man mich schon an der Ecke geschnappt.

Ein einsamer Poet hinter Gittern,
in Mitten von ignoranter Sitte,
fressend ihren versalzenen Brei,
wenn schon mit mir,
ists auch mit Deutschland bald vorbei.

Denn merkt euch da oben,
mit verleugnender Farce,
kenne wir keinen Spaß,
so wartet doch nur ab,
nehmt ihr uns die Würde ab,
machen wir die City platt!

Zu Ehren des großen Hermann Hesse.

Als ein in die Poesie verliebter Mensch habe ich natürlich einen großen Hang zur Verehrung Hesses. Zu ihm eine kleine poetische Anlehnung an den Steppenwolf, voran gestellt seien allerdings ein paar Worte seinerseits zum Kommunismus.

Blut im Fell

Von Licht zu Dunkel streift durch den Wald,
hungrig vermag er möglichst bald
die Zähne in ein Wild zu schlagen
würgt er jetzt schon Pflanzenreste
zu dem kargen,
Inhalt seines Magens.
Doch würde er es wagen
einen Bauers Jungen,
am Rande der Lichtung,
sicheres Fressen hinunter zu schlingen
würden sie ihn auf ewig Jagen.
Doch was würde es ihm bringen?
Er müsste Tag für Tag,
über die tote Erde des Waldes fliehen,
so als bald von wer weiß woher,
knallt ein Schuss aus dem Gewehr.
Reglos am Boden,
das Blut im Genick,
des Schützens Auge
wirklich geschickt.
Die Luft die ihn fehlt.
ein Gedanke ihn quält:
„Mir war schon seit einiger Zeit bewusst,
dass die Menschen Unbewusst,
schon lang war ich dem Tode nah,
unschludig und dennoch lieg ich zerbrochen dar!“

Luft der Künste

Aus dem Fenster hinaus
scheinen die Vögel stumm zu Fliegen
den Schrei hoch dem Himmel hinauf
den letzten Fluss der Adern
und der Dampf des Wassers
unter zu großem Druck versiegen.

Wie Hase und Fuchs,
wie Rabe und Lux,
wie Kamel und Dromedar,
um Europa nach Afrika.
Die Suche nach der Umgebung,
die dir schmeichelt,
und ergibt,
Die Suche nach dem Versehen,
das die Pause bald versiegt.

Selbst ist die Justiz
Ihr seid die Balance
gebieterische Niedertracht
uns zu spät entgegen lacht,
nichts weiter zu tun hat
uns zu erwürgen
(ganz ganz sacht)

Gemütlich, gemütlich,
doch bloß nicht faul,
trag weiter Esel
zerreiß dir das Maul,
Beständig, nicht Flüchtig,
für immer tüchtig!

Der radikale Reim.

Mehr Schein als Sein,
mehr Tristesz als Fall,
wie höllisch der Weg,
das ist uns egal!

Auf du kleiner Spross,
dem Himmel entgegen
die Frage nach Falschheit
sei dir vergeben!

Rechte Faust im Winkel. Ein lyrischer Aufruf gegen das Ungelernte.

Die Lüge bald,
die Niedertracht,
die Abstraktion,
entgegen lacht.
Ein Arbeiterfreund,
schon lange gebeugt,
von Verwertung verseucht,
dem Klassenfeind,
entgegen schreit,
die Waffe der Begebenheit,
einerseits,
die Faust der Zukunft,
andrerseits.
Niemals versöhnt,
zu Herrschern gekührt,
die praktizierte Vernunft
uns zur Freiheit führt!

Auferstanden aus Ruinen ein Schuss in die Imperialistischen Linien!

Kampf für das Menschenrecht!

Jeden Tag ein bisschen mehr,
gebe ich Stück für Stück davon etwas her,
zurück zum Ursprung,
zurück zum Ende,
entmündigt vom völkischen Heer.
So hoffe ich Genossen,
drauf und dran,
fangen wir nochmal vom neuen an,
zerstört das Volkstum,
lasst die Welt erbeben,
so dass sich alle,
in tosenden Flammen erheben.
Wir heben doch Grund,
ist Hunger ein Recht,
ist unrecht ein Recht,
ist Massensterben ein Recht?
Nein. denn Recht ist nur das, was wir selbst bestimmen,
drum sollte sich jeder einmal darauf Besinnen:
Was wollen wir?
Tun wir es!

Liebe und (zur) Poesie.

Oh Trauerlied,
Du lieblich süß
Was gäb ich hätte ich dich geküsst,
Der vollen Munde,
Augenschein,
Weiße Wände,
Heller schein,
Ein Blick zurück aufs Flammenmeer,
Kein Fall vom Schein der Augen her.
Drum erhellt das Antlitz des Gemüts,
Auch das Wohl des Körpers blüht.
Der Geruch der Blüte wäre fatal,
Gar nicht schon leicht banal
Schläge ich nicht über die Strengen
Mich gar in dir zu versenken
Du kannst mich schon lenken
Ich kann nicht mehr denken
Um nicht zu verenden
Müsst ich mich bändigen
Doch fällt zu schwer
Es bleibt doch verbal
Die Schönheit der Liebe
Die bleibt niemals normal.




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